Der Kaufmann von Venedig 

 

 

Premiere: 30.01.2019

 

UFER_STUDIOS Berlin

 

 

 

Inszenierung: Peter Glockner

 

Choreografie: Liz Erber 

 

 

Schauspieler:

 

Olivia Beck

Andrea Bienkowski

Patricia von Miserony

Stephanie Ott

Laura Schulze

Martin Radecke

Bernd Raucamp

Markus Riexinger

Gianni von Weitershausen

 

 

Regieassistenz: Stella Schimmele

 

 

weitere Vorstellungen in den Ufer_Studios: 

 

31.01.2019

01.02.2019

02.02.2019

03.02.2019

 

jeweils 19 Uhr

 

Karten  

(18 € / 12 €)

Reservierung unter www.reservix.de

oder per Email an rmprod5903@aol.com

 

 

 

 

 

 

Fleisch und Geld

 

 

Menschliches Fleisch und Geld werden 1575 in Venedig ständig gegeneinander ausgetauscht. Personen werden zum Gegenstand finanzieller Spekulationen gemacht. Menschen sind zur Ware geworden, zu einem Tauschwert wie alles andere.

 

Kapital soll Kapital erzeugen. – Ein Wandel vom Grundbesitz zum Geldkapital bringt eine radikale Veränderung des sozialen Begriffs mit sich. Da in einer handeltreibenden Gesellschaft die soziale Macht vom Geld abhängt, wandeln sich die Machtverhältnisse auch ständig. Venedig ist eine Welt, in der äußerer Schein und Realität nicht zusammenpassen.

 

Doch Venedig ist nicht einfach eine Handel treibende Gesellschaft, es ist auch eine Stadt, die von Gruppen mit unterschiedlichen Gepflogenheiten bewohnt wird. Nichtjuden und Juden zum Beispiel, die einander nicht als Bürger betrachten, aber sich tolerieren müssen, weil beide für das Wohl der Gesellschaft unentbehrlich sind. Und diese Toleranz wird durch die Gesetze des Staates erzwungen. 

 

Antonios Darlehen für Bassanio, das er sich bei dem Juden Shylock leiht, der seinerseits wieder ein Pfund Fleisch bei nicht zeitgerechter Rückzahlung verlangt, wird zum Beispiel nicht als geschäftliche Transaktion, sondern als Akt der Liebe behandelt. Und so wird Shylock bei seinem Bemühen Antonio eine Lehre zu erteilen zu seinem groteskem Doppelgänger.

 

Der Kaufmann von Venedig ist aber auch eine Liebesgeschichte, eben die Geschichte eines Kreditgeschäftes und ein Prozess. Es beschreibt die drei wichtigsten Codes über die sich die moderne Gesellschaft organisiert: das Geld, das Recht und die Liebe. In Shakespeare’s Stück werden diese Codes parallelisiert und aufeinander projiziert. Mit diesen drei Codes geht Peter Glockner radikal um, lässt sie gegeneinander laufen, sich gegenseitig bedingen, und gleichzeitig auch wieder auflösen.